Hojicha, Genmaicha und Gyokuro: 3 japanische Grüntees
Wie in China hat die Kultur des Tees in Japan eine sehr tiefe Verwurzelung. Seit dem 15. Jahrhundert sind verschiedene Sorten japanischer Grüntees entstanden. In Deutschland sind Sencha, Bancha und Matcha-Pulver am bekanntesten. Daneben gibt es aber auch einen gerösteten Tee (Hojicha), einen Tee mit gerösteten Reiskörnern (Genmaicha) und einen hochwertigen Schattentee (Gyokuro). Ein genauerer Blick auf diese japanischen Tees.
Hojicha: der geröstete Grüntee

Der Begriff Hojicha bedeutet auf Japanisch „gerösteter Tee“. Hojicha tauchte um 1920 in Kyoto auf und ist in Japan heute sehr beliebt. Er wird aus verschiedenen Grüntees hergestellt: Bancha, Sencha und Kukicha.
Herstellung des japanischen Rösttees
Hojicha entsteht durch Röstung. Nach der Ernte werden die Teeblätter bei 200 °C geröstet. Dabei kommen drei Arten japanischer Tees als Ausgangsmaterial in Frage.
- Bancha: ein Tee mittlerer Qualität aus den Blättern der letzten Ernte.
- Sencha: von höherer Qualität, aus den Blättern der ersten Ernte.
- Kukicha: gemahlene Stängel des Teestrauchs, praktisch koffeinfrei.
Zubereitung und Verkostung von Hojicha
Für die Zubereitung von Hojicha empfiehlt sich Wasser zwischen 70 und 85 °C. Pro Tasse rechnet man mit 3 g Tee. Eine Ziehzeit von etwa 30 Sekunden genügt, um den gerösteten, vegetalen Charakter zu entfalten. Man findet holzige und fruchtige Aromen sowie einen Duft von Vanille und Karamell. Manche erkennen auch eine leichte Note von mildem Tabak. In Japan wird Hojicha häufig in Sushirestaurants gereicht – er harmoniert wunderbar mit Fisch.
Besonderheiten von Hojicha
Die Röstung verändert die Eigenschaften der Teeblätter. Hojicha ist koffeinarm (bei Kukicha sogar nahezu koffeinfrei) und lässt sich daher auch abends trinken. Der Aufguss ist zudem arm an Tanninen und damit gut verträglich – auch für empfindliche Mägen und Kinder.
Genmaicha: Grüntee mit geröstetem Reis

Unter den japanischen Tees fällt Genmaicha durch seine besondere Zusammensetzung auf: grüne Teeblätter und geröstete Reiskörner. Da der Reis beim Rösten aufplatzen kann, hat dieser Tee seinen Spitznamen „Popcorn-Tee" erhalten.
Ursprung des Reisgüntees
Eine Legende erzählt, ein ungeschickter Diener habe Genmaicha im 15. Jahrhundert aus Versehen erfunden. Tatsächlich hat sich der Grüntee mit Reis nach und nach in der japanischen Unterschicht verbreitet. Da hochwertiger Tee in manchen Regionen schwer zugänglich oder teuer war, gewöhnten sich die Japaner daran, gerösteten Reis unter die Teeblätter zu mischen, um sparsamer mit dem Tee umzugehen.
Verkostung von Genmaicha
Für die Zubereitung von Genmaicha empfiehlt sich ein kurzer Aufguss mit auf 80 °C erhitztem Wasser. Der Tee leuchtet hellgelb und verströmt Frische und Milde. Man findet Malz- und karamellisierte Nuss-Noten. Der charakteristische Geschmack erinnert an gerösteten Kaffee. Der Reis sorgt für sanfte Aromen, die die Adstringenz des japanischen Grüntees mildern. Das warme, herzhafte Aroma passt hervorragend zur süß-sauren Küche. In Japan gehört Genmaicha zu den Mahlzeiten häufig dazu.
Genmaicha: Varianten des japanischen Tees
Genmaicha wird ebenfalls aus verschiedenen japanischen Tees hergestellt. Blätter von Bancha, Sencha oder Kukicha werden mit geröstetem Reis gemischt. Es gibt auch einen Genmaicha vom Typ Hojicha – eine Kombination aus gerösteten Grünteeblättern und Reis. Ein weiterer Tee namens Matcha-iri Genmaicha entsteht, wenn Matcha-Pulver einem klassischen Genmaicha beigefügt wird. Die Qualität des Genmaicha hängt sowohl von den Teeblättern als auch von der verwendeten Reissorte ab.
Gyokuro: der Tee für die japanische Teezeremonie
In Uji entstanden, gilt Gyokuro als einer der großen japanischen Tees. Mit seinem Umami-Geschmack hat er ganz Japan für sich gewonnen. Besonders geschätzt wird er bei der Teezeremonie.
Anbau und Ernte von Gyokuro
Gyokuro ist ein japanischer Schattentee, der unter besonderen Bedingungen angebaut wird. Zwei bis drei Wochen vor der Ernte werden die Teesträucher abgedeckt. Ohne 90 % des Lichts reichern sich die Blätter mit Koffein und Chlorophyll an. Dieser einzigartige Anbau verleiht den Blättern ihre schöne Farbe und dem Aufguss seinen so milden Geschmack. Gyokuro wird in Uji, Shizuoka und Kagoshima produziert. Er ist ein sehr seltener Tee und teurer als ein gewöhnlicher Tee. Weitere japanische Schattentees sind Matcha und Kabusecha.
Geschmack des japanischen Zeremonialtees
Japanischer Gyokuro ist von höchster Qualität. In Japan sehr geschätzt, wird er besonderen Anlässen und der Teezeremonie vorbehalten. Durch den Schattenanbau sind die Blätter reich an Koffein und arm an Tanninen. Der Geschmack ist daher sehr mild und erinnert die Japaner an Umami. Nach wenigen Minuten Ziehzeit entfaltet Gyokuro frische, intensive Noten. Im Mund tritt ein charakteristischer Meeresalgen-Geschmack hervor. Möchten Sie die besten japanischen Tees kennenlernen? Bei Thés & Traditions finden Sie Sencha, Genmaicha, Hojicha und Gyokuro als lose Teeblätter sowie Matcha-Pulver. Entdecken Sie auch unsere weiteren Produkte: hochwertiger Bio-Tee, Kräutertees, Kaffee und Zubehör.