Teegärten im Yunnan: Pioniere des Bio-Tees
Die ältesten Teepflanzen der Welt haben ihren Ursprung in den Teegärten des Yunnan, in China. Die großen Blätter dieser im Einklang mit der Biodiversität kultivierten Bäume liefern hochwertigen Bio-Tee – mitunter in der traditionellen Form gepresster Scheiben. Reich an Antioxidantien, bietet dieser chinesische Tee eine Vielzahl an wohltuenden Eigenschaften.
Die Teegärten des Yunnan im Einklang mit der Natur
Als einzige Tropenregion Chinas genießt der Yunnan ein ganzjährig mildes Frühlingsklima und eine Höhenlage, die die Produktion von Bio-Tee begünstigt. Wilde Teepflanzen, Pu-erh und weitere Schwarztees haben diese Region weltberühmt gemacht.
Die Ursprünge der Schwarzteeproduktion im Yunnan
Vor mehr als 2.000 Jahren war die historische Stadt Pu-erh, gelegen an der Tee-Pferde-Straße zwischen China und Tibet, ein bedeutender Handelsplatz. Der Pu-erh, ein roter bzw. schwarzer Tee, wurde zur Lieblingsgetränk der Nomaden, die ihn gegen andere Waren tauschten. Für eine einfachere Lagerung und einen unkomplizierten Transport wurden die Teeblätter zu Scheiben gepresst.
Den Höhepunkt seines Ruhms erlebte der Pu-erh unter der Qing-Dynastie (1636–1912). Die Jahre 1926 bis 1936 galten als eine besonders blühende Zeit für Produktion und Handel.
Biodiversität in den Teegärten
Die Volksgruppen der Region achten sorgfältig auf den Rhythmus der Natur. Ihr biologischer Anbau wirkt sich unmittelbar auf die Qualität ihrer Produkte aus.
Wie in den Wildteegärten spenden große Bäume verschiedener Arten natürlichen Schatten. Sie bieten Vögeln, Bienen und Spinnen Lebensraum, die schädliche Insekten in Schach halten. Sie unterdrücken Unkraut, und ihr abgefallenes Laub dient als natürlicher Dünger. Zugleich schützen sie die Hänge vor Erosion.
Getränke und weitere Erzeugnisse des Teebaums aus dem Yunnan
Traditionelle Anbau-, Ernte- und Verarbeitungsmethoden bringen einen Bio-Tee mit unverwechselbarem Geschmack hervor. Die Ernte erfolgt direkt von den Bäumen, die nicht zu Sträuchern zurückgeschnitten werden. Dank der idealen Bedingungen kann das ganze Jahr über gepflückt werden.
Die Qualität der Bio-Schwarztees aus dem Yunnan
Die großen Blätter der Camellia Sinensis Varietät assamica aus dem Yunnan werden zu einem besonders antioxidantienreichen Bio-Schwarztee verarbeitet. Ihre Knospen sind reich an ätherischen Ölen und verleihen dem Aufguss eine kupferfarbene Tönung. Der entstehende Schwarztee wirkt tiefgründig und fein, mit einem gelegentlichen Hauch von Trockenfrüchten.
Die Qualität der Ernte und die Blattgröße bestimmen die Güteklassen des Tees (zum Beispiel TGFOP für Tippy Golden Flowery Orange Pekoe). In Verbindung mit Bezeichnungen wie „Imperial Garden“ oder „Grand Jardin“ finden sie oft Eingang in die Produktnamen einzelner Teehäuser.
Der Schwarztee Erh oder Pu-erh aus dem Yunnan
Der Pu-erh ist der bekannteste unter den dunklen Tees (in Asien als roter Tee bekannt, im Westen als schwarzer Tee). Er wird aus großen, getrockneten und zu Scheiben (Tuo Cha) oder Vogelnestern gepressten Blättern gewonnen. Als roher, also unfermentierter Tee ist Pu-erh zunächst ein grüner Tee mit einem eher herben Charakter, ähnlich wie klassische Grüntees. Der schwarze oder gereifte Pu-erh entstammt einem moderneren Herstellungsverfahren: Er wird in der Fabrik fermentiert und ist hauptsächlich für den Export bestimmt.
Das Pflanzenöl: eine Hautpflege aus dem Teebaum
Die Vorzüge des Teebaums reichen bis zum Pflanzenöl der Camellia sinensis, auch bekannt als grünes Teeöl, das durch Kaltpressung der Samen der Teebaumblüten gewonnen wird. Seine nährenden und weichmachenden Eigenschaften machen es ideal für Anti-Aging-Cremes und zum Schutz trockener Haut vor äußeren Einflüssen. Es kann pur oder in Kombination mit ätherischen Ölen verwendet werden.
In Frankreich zeigt der Bio-Tee-Markt ein deutliches Wachstum und umfasst mittlerweile knapp 500 Millionen Euro. Zwei von drei Franzosen trinken Tee (rund 250 g pro Jahr), jeder Zweite greift zu Kräutertees. Die Branche passt sich an: Umsätze im Teehandel steigen ebenso wie die Vielfalt der Vertriebswege. Teesalon-Franchises und Fachgeschäfte verzeichnen deutliche Zuwächse. Französische Verbraucher zahlen gerne mehr für biologisch angebaute Tees und Kräutertees. Die Tasse Tee hat noch eine große Zukunft vor sich.
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