Die verschiedenen Schwarztee-Sorten aus aller Welt
Die Vielfalt der Teesorten ist beeindruckend. Auch wenn alle Blätter von derselben Pflanze stammen – der Camellia sinensis – ist nicht jeder Schwarztee gleich. Unterschiedliche Aromen, mehr oder weniger ausgeprägte Bitterkeit, Produktionsmethoden, Ernte, Herkunftsland ... Finden Sie heraus, welcher Schwarztee zu Ihnen passt.
- Die wichtigsten Anbauländer für Schwarztee
- Die Herstellung von Schwarztee
- Die Ernte der Teeblätter
- Die verschiedenen Schwarztee-Sorten
Die wichtigsten Anbauländer für Schwarztee
China ist das Land, das uns beim Thema Tee als erstes in den Sinn kommt. Doch wenn es um Schwarztee geht, lohnt sich ein Blick auf weitere Länder.
Chinesische Schwarztees
China ist der weltgrößte Produzent von grünem, weißem und schwarzem Tee.
Schwarztee – den die Chinesen wegen der rötlichen Farbe des Aufgusses als „roten Tee“ bezeichnen – ist hauptsächlich für den Export bestimmt.
Die verschiedenen Provinzen Chinas bringen ganz unterschiedliche Schwarztee-Sorten hervor. Die bekanntesten sind Keemun, Lapsang Souchong sowie Yunnan.
Auch Oolong ist sehr bekannt, zählt aber nicht wirklich zu den Schwarztees: Da die Oxidation der Blätter unvollständig ist, steht Oolong zwischen Grün- und Schwarztee.
Japan – das andere Tee-Land
Auch in Japan spielt die Teeproduktion eine große Rolle. Im Mittelpunkt stehen dort vor allem Grüntees – allen voran die bekannten Matcha- und Sencha-Sorten. Letzterem werden zahlreiche positive Eigenschaften nachgesagt.
Die Herstellung von Schwarztee in Japan ist noch sehr jung.
Wie in China bezeichnen die Japaner ihn wegen der Farbe des Aufgusses als roten Tee – nicht zu verwechseln mit Rooibos.
Besonders geschätzt werden japanische Schwarztees in geräucherter Form, wie der Japan Lapsang.
Indischer Schwarztee
Indien ist nach China der größte Teeproduzent der Welt und für seinen Schwarztee weithin bekannt.
Er wird in Teegärten angebaut, meist in höheren Lagen. Das kühlere Klima verlangsamt das Wachstum der Teeblätter – was demselben Tee je nach Anbaugebiet ein ganz eigenes Aroma verleiht.
Die bekanntesten Schwarztees sind Assam und Darjeeling.
Die Herstellung von Schwarztee
Das Herstellungsverfahren spielt eine entscheidende Rolle für die Qualität des Schwarztees.
Die klassische Oxidation (der Begriff „Fermentation“ ist für Schwarztee eigentlich ungenau) ermöglicht außergewöhnliche Aufgüsse.
Daneben gibt es schnellere und günstigere Verfahren, zusammengefasst unter dem Begriff CTC. Auf diese Weise hergestellte Schwarztees sind zwar preisgünstiger, enttäuschen aber oft geschmacklich.
Traditionelle Oxidation von Schwarztee
Wenn Chinesen von der Fermentation des Schwarztees sprechen, meinen sie damit etwas anderes als wir.
Unser Schwarztee – wie er im Westen konsumiert wird – ist ein Tee, dessen Blätter einer Oxidation unterzogen wurden. Fermentation bezeichnet dagegen ganz bestimmte Tees: Pu-erh etwa ist ein fermentierter Tee.
Die Teeblätter beginnen bereits beim Pflücken zu oxidieren und setzen diesen Prozess bis zur Fixierung fort. Für einen mehr oder weniger stark oxidierten Tee sind mehrere Schritte erforderlich:
- das Welken;
- das Rollen;
- die Fixierung oder Röstung.
Die CTC-Methode – schnellere Oxidation von Schwarztee
CTC steht für das englische Crushing-Tearing-Curling und bezeichnet ein Verfahren, das die Schwarzteeherstellung automatisiert. Weniger schonend als die orthodoxe Methode, wird der so produzierte Tee hauptsächlich als Teebeutel vertrieben.
Auch wenn die Qualität gelegentlich überzeugt, ist das Aroma weniger fein. Diese Tees sind jedoch meist deutlich günstiger – da die Herstellung weniger aufwendig ist.
Die Ernte der Teeblätter
Ein entscheidendes Qualitätsmerkmal von Tee ist die Pflückung. Handpflückung ist natürlich einer maschinellen Ernte vorzuziehen – aber sie ist nicht der einzige Faktor, der den Tee beeinflusst.
Die beste Jahreszeit für die Teeernte
Der Erntezeitpunkt variiert je nach Anbauregion.
Während manche Gebiete das ganze Jahr über ernten können, müssen andere – bedingt durch ihre geografische Lage – auf den Frühling warten.
Die geringere Sonneneinstrahlung in den Wintermonaten versetzt die Teesträucher in eine Ruhephase. Die Ernte beginnt daher erst im Frühjahr – so etwa in Darjeeling und in Japan.
Warum ist Frühlingstee besser?
Der Grund liegt im Saftfluss der Pflanze: Er verleiht dem Tee frische, sehr pflanzliche Noten und ein einzigartiges Aroma. Kenner warten jedes Jahr sehnsüchtig darauf.
Pflückmethoden für Teeblätter
Auch die Pflückmethode erklärt, warum Frühlingstee so begehrt ist. Zwei Methoden sind besonders geschätzt:
- die Kaiserpflückung;
- die Feinpflückung.
Die Kaiserpflückung umfasst ausschließlich die Knospe und den ersten Trieb darunter. Die Feinpflückung schließt die Knospe und die beiden folgenden Blätter ein.
Beide Methoden verleihen dem Tee nicht nur seinen Geschmack, sondern bewahren auch seine wertvollen Inhaltsstoffe.
Die jungen Triebe bilden zum Schutz vor der Sonne Antioxidantien – und konzentrieren allein 80 % der gesamten Antioxidantien der Teepflanze.
Die Grobpflückung umfasst die ersten drei bis vier Blätter der Pflanze und liefert einen günstigeren Tee.
Grades beim Schwarztee
Bei Schwarztee reicht es nicht, den Garten zu kennen, um die Pflückqualität beurteilen zu können – denn dieser Tee wird häufig als Mischung verkauft. Eine Mischung vereint mehrere Teesorten, um ein ausgewogenes Aroma und einen bestimmten Charakter zu erzielen. Um die Qualität eines Schwarztees einzuschätzen, gibt es daher eine eigene Klassifizierung nach Grades:
- Souchong bezeichnet die großen, tiefer gelegenen Blätter.
- Im Grade Pekoe sind die Blätter feiner.
- Flowery Pekoe (FP) steht für zu Kugeln gerollte Blätter.
- Orange Pekoe (OP) bezeichnet junge Blätter einer späten Feinpflückung.
- Flowery Orange Pekoe (FOP) ist das höchste Grade (in manchen Regionen noch feiner unterteilt): die Ernte der Knospen und der beiden ersten Blätter.
Die verschiedenen Schwarztee-Sorten
Die Welt des Schwarztees ist außerordentlich vielfältig. Grundsätzlich lässt sich aus Teepflanzen nahezu jeder Herkunft Schwarztee herstellen. Einige Sorten haben sich jedoch durch ihre Qualität weltweit einen Namen gemacht. Ob naturbelassen, als Mischung oder aromatisiert – für jeden Geschmack ist etwas dabei.
Geräucherte Schwarztees
Geräucherter Schwarztee wird nach der Oxidation gerollt und anschließend geräuchert – oft mit Fichtenholz. Diese Tees sind sehr beliebt und lassen sich auch in der Küche vielseitig einsetzen. Die bekanntesten Vertreter sind Lapsang Souchong aus China und der Japan Lapsang. Grundsätzlich kann jeder Schwarztee geräuchert werden, weshalb es diese Variante aus allen Teilen der Welt gibt.
Schwarztee Assam
Der in Indien angebaute Assam-Schwarztee ist ein idealer Frühstückstee. Die Engländer wissen das – und genießen ihn morgens oft mit einem Schuss Milch. Sein Geschmack ist kräftig und leicht herb. Angebaut wird er in der Region Assam, in niedrigen Lagen, wo das Klima den Teesträuchern besonders produktive Wachstumsbedingungen bietet.
Die Assam-Teeblätter werden häufig zweimal im Jahr geerntet. Die zweite Ernte gilt oft als die bessere und wird als Tippy Tea bezeichnet – benannt nach den goldenen Spitzen, die auf den Teeblättern erscheinen.
Darjeeling Schwarztee
Wohl der bekannteste Schwarztee Indiens. Die Teegärten von Darjeeling liegen in großer Höhe an den Hängen des Himalayas. Er gilt als einer der feinsten Schwarztees überhaupt – nicht umsonst wird er als „Champagner unter den Tees“ bezeichnet. Sein Aroma trägt fruchtige Muskat- und Mandelnoten.
Earl Grey Schwarztee
Der berühmte Earl Grey ist in Wirklichkeit eine Mischung verschiedener Schwarztees. Er kann geräucherte Tees wie Lapsang Souchong, Darjeeling, Ceylon und manchmal sogar Oolong enthalten. Die Zusammensetzung variiert, doch Bergamotte ist stets dabei – was ihn zu einem aromatisierten Tee macht. In England genießt er großes Ansehen, und rund um seine Entstehungsgeschichte ranken sich verschiedene Legenden.
Ceylon-Tee
Ein weiterer Tee mit weltweitem Bekanntheitsgrad: der Ceylon-Tee. Er wird in Sri Lanka angebaut – Ceylan war der frühere Name dieser Insel, ebenfalls eine ehemalige britische Kolonie. Ceylon-Tee ist ein besonderer Fall: Ursprünglich ausschließlich als Schwarztee bekannt, gibt es heute auch grüne und weiße Varianten. Die schwarze Variante bleibt jedoch die bekannteste. Sri Lanka klassifiziert seinen Tee ebenfalls nach Grades – diesmal nach der Anbauhöhe: niedrige, hohe und mittlere Lagen.
Diese Unterschiede verleihen dem Ceylon-Tee je nach Herkunft ganz eigene Charakterzüge.
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