Halbfermentierter Tee: Oolong zwischen Grün- und Schwarztee
Blauer Tee steht zwischen Grün- und Schwarztee. Je nach Herkunft ist er dem einen oder dem anderen näher und übernimmt dessen Eigenschaften. Der halbfermentierte Oolong kann daher – abhängig vom Oxidationsgrad – ebenso koffeinarm wie ein Grüntee oder kräftig wie ein Schwarztee sein.
Die Fermentation von Tee: ein seit 1880 kodifizierter Prozess
Die Fermentation von Tee kann zwei verschiedene Formen annehmen. Grüner und weißer Tee entstehen durch Trocknung: Das Blatt der Camellia sinensis wird schlicht getrocknet. Die Fermentation von Schwarztee und fermentiertem Oolong hingegen beruht auf einem Oxidationsprozess. Dieser Fermentationsprozess verläuft in mehreren Phasen und verleiht dem Tee seine charakteristischen Eigenschaften – denn alle Teesorten stammen bekanntlich von derselben Pflanze: der Camellia sinensis. Die Einordnung als grüner, schwarzer, weißer oder Oolong-Tee ergibt sich also aus der Fermentation bzw. Oxidation.
Der Fermentationsprozess im Überblick
- Die Teeblätter werden von Hand gepflückt
- Anschließend werden sie welken gelassen
- Dann folgt die Trocknung bzw. Dehydrierung
- Danach setzt die Oxidation ein – bei Schwarz-, Oolong- und bestimmten Gelbtees
- Das Rollen der Blätter erfolgt ebenfalls von Hand
- Anschließend wird der Tee getrocknet
- Zum Schluss wird er sortiert oder gesiebt
- Schwarztee und bestimmte Oolongs werden zudem geröstet oder gebrannt
Fermentierter Oolong: 4 Oxidationsstufen
Beim Oolong ist der Grad der Oxidation sehr variabel. Der fermentierte Oolong durchläuft zunächst eine dem Grüntee ähnliche Verarbeitung und anschließend eine Oxidation wie beim Schwarztee – mit dem entscheidenden Unterschied, dass dieser Prozess mehrfach bewusst unterbrochen wird. Genau das verleiht dem halbfermentierten Oolong sein ausdrucksstarkes Aroma. Obwohl die Fermentation beim Oolong meist kurz ausfällt, kann sie weiter voranschreiten und einen Oxidationsgrad von 40 bis 70 % erreichen. Der Oxidationsgrad des blauen Tees wird in vier Stufen eingeteilt:
- Schwach oxidierte Oolongs (10–30 %): Sie stehen dem Grüntee am nächsten und stammen häufig aus China.
- Stark oxidierte Oolongs (40–70 %): Dem Schwarztee ähnlicher, handelt es sich dabei meist um taiwanesische Tees.
- Alte, mehrfach geröstete Oolongs sind Lagertees, die 20 bis 25 Jahre alt sein können. Diese Tees aus Taiwan sind echte Raritäten.
- Junge, mehrfach geröstete Oolongs sind exklusive Tees, die in ihrer Machart den alten Oolongs nachempfunden sind.
Oolong – der einzige Tee, der mehrfach aufgegossen werden kann.
Die Fermentation bzw. Oxidation verleiht dem Oolong besondere Eigenschaften, die ihn von anderen Tees unterscheiden. Als Lagertee geschätzt, ist er zugleich der einzige Tee, der mehrfach aufgegossen werden kann.
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