Ist Teeaufguss ein Pestizid-Aufguss?
Wird Bio-Tee, der für seine gesundheitlichen Vorteile gefeiert wird, seinem Ruf wirklich gerecht? Eine Studie des Magazins „60 millions de consommateurs“ hat Rückstände von Chemikalien – darunter Pestizide – in Teebeuteln nachgewiesen. Selbst Spuren chemischer Substanzen auf den Teeblättern könnten der Gesundheit schaden. Ein Überblick über das Thema Pestizide im Tee.
Tee – ein beliebtes Getränk
Bio-Tees und konventionelle Tees sind weltweit das meistkonsumierte Getränk nach Wasser. Jährlich werden rund 6 Millionen Tonnen Teeblätter – ob Schwarztee oder Grüntee – auf der ganzen Welt verzehrt. Die Produktion konzentriert sich dabei auf wenige Länder, allen voran China und Indien.
Pestizide im Tee – aber nicht nur das
Grün- und Schwarztee gelten oft als besonders gesund – doch wie berechtigt ist dieses Image wirklich? Das Magazin „60 millions de consommateurs“ ist dieser Frage nachgegangen und kam zu mehr als beunruhigenden Ergebnissen. Demnach enthalten zahlreiche in Frankreich erhältliche Teebeutel toxische Substanzen: Pestizide, Schwermetalle und andere Chemikalien.
Pestizide im Tee
Um die Pestizidbelastung im Tee zu verstehen, ist ein wichtiger Hinweis vorab nötig: Teeblätter werden im Verarbeitungsprozess nicht gewaschen. So ist Tee – wie viele andere Lebensmittel – heute von einer Schadstoffbelastung betroffen. Studien zufolge enthalten Schwarztee und Pfefferminztee teils erhebliche oder vielfältige Pestizidrückstände. Die am häufigsten nachgewiesenen Pestizide sind Folpet und Anthrachinon.
Schwermetalle im Tee
Bei der Belastung von Pflanzen kommt leider ein sogenannter Cocktaileffekt hinzu: die Summe verschiedener chemischer Schadstoffe, die manchmal nur in Spuren vorhanden sind. Das Magazin „60 millions de consommateurs“ weist daher auch auf die Schwermetallbelastung vieler Tees hin. Diese Giftstoffe – vor allem in Grüntees nachgewiesen – sind Quecksilber und Arsen.
Weitere chemische Schadstoffe im Tee
Die Tests, auf die sich das Magazin zur Bewertung der Qualität von Tees stützt, zeigen außerdem, dass bestimmte Tees Schadstoffe und Giftstoffe enthalten. Der Nachweis von Pyrrolizidinalkaloiden überrascht Fachleute kaum – die Entdeckung von Polymeren aus Teebeuteln sowie Mineralölen aus Etiketten wirft hingegen größere Fragen auf.
Gesundheitsrisiken durch Pestizide
Diese toxischen Substanzen – ob Pestizide oder andere Schadstoffe – sind zwar nur in geringen Mengen vorhanden. Da Tee jedoch ein tägliches Getränk ist, dürfen sich Verbraucherinnen und Verbraucher bei chronischer Belastung zu Recht fragen, welche Gesamtwirkung das auf ihren Körper hat. Die meisten dieser Substanzen sind heute von der WHO als endokrine Disruptoren oder als krebserregend eingestuft – ein weiterer Grund, auf ein saubereres Produkt mit gesicherter Qualität zu setzen.
Ist Bio-Tee wirklich pestizidfrei?
Die Pestizidbelastung hängt nicht allein vom Anbau ab. Jahrzehntelanger massiver Einsatz solcher Mittel hat leider dazu geführt, dass Wasser und Böden teilweise kontaminiert sind. Einen Bio-Tee, der vollständig pestizidfrei ist, kann niemand garantieren – Studien belegen jedoch, dass Bio-Tees deutlich geringere Rückstände aufweisen. Trotz einzelner chemischer Rückstände bleibt Bio-Tee, ob grün oder schwarz, einer der führenden Vertreter unter den „gesunden“ Lebensmitteln.
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