Bio-Teeanbau: umweltschonend und verantwortungsbewusst
Da Teeblätter nach der Ernte nicht gewaschen werden – um ihr volles Aroma zu bewahren –, können Pestizidrückstände und andere chemische Substanzen auf den Blättern verbleiben und so in Ihre Tasse gelangen, besonders bei losem Tee. Bio-Tee ist daher eine Garantie für eine gesunde Ernährung und ein Bekenntnis zum Schutz der Umwelt, der Plantagen und der Produzenten.
Teeproduktion weltweit – bio und konventionell
Das Aroma und der Geschmack eines Tees entstehen durch das Zusammenspiel von terroir, Höhenlage, Klima, Blattsorte, Verarbeitung und Qualität der Plantage.
Der Anbau in Teegärten
Der Teestrauch gehört zur Familie der Kamelien und gedeiht am besten in einem warmen, feuchten Klima mit ausreichend Sonnenlicht. In den Teegärten spenden große Bäume Schatten und sorgen für ein ausgeglichenes Bodenökosystem. Die Höhenlage – in tropischen Regionen bis zu 2 500 m – verbessert die Teequalität, mitunter auf Kosten des Ertrags. Hanglagen begünstigen die Wasserentwässerung und die natürliche Bewässerung der Pflanzen.
Der Teestrauch wird auf etwa 1 m Höhe geschnitten, um eine weitgehend manuelle, handwerkliche Ernte zu erleichtern. Die Ernte findet mehrmals im Jahr statt: Dabei werden die Knospen abgezupft, um den Pekoe zu gewinnen, und die jungen Blätter gepflückt (ein bis drei Blätter nach der Knospe), die besonders aromatisch sind.
Teeproduktion in China und weltweit
Die ersten Teesorten wurden aus Wildteesträuchern gewonnen. Die ältesten Plantagen befinden sich noch heute in der chinesischen Provinz Yunnan und werden aktiv bewirtschaftet. Obwohl sie kein Bio-Zertifikat tragen, entsprechen sie in ihrer Anbauweise weitgehend dem Gedanken des biologischen Landbaus.
Die größten Erzeugerländer sind Indien, China, Japan und Sri Lanka. Eine Reise durch die Teeplantagen der Welt ist eine Entdeckung voller Aromen und Farben: Schwarztees (darunter Darjeeling oder Ceylon), Grüntees, Weißtees, Assam, Oolong oder Rooibos – jede Sorte hat ihren eigenen Charakter. Im Jahr 2020 gab es vier Teeplantagen in Frankreich, auf dem Festland und auf der Insel Réunion.
Die Herausforderung des Bio-Teeanbaus für die Plantagen
Ziel des Bio-Teeanbaus ist es, Plantagen zu schaffen, die dem Prinzip der Nachhaltigkeit folgen und weder Boden, Luft noch Wasser belasten.
Qualität im Bio-Teeanbau
In terrassenförmig angelegten Teegärten wird ein natürliches Ökosystem aufgebaut, indem Teepflanzen mit anderen Pflanzen kombiniert werden. Diese Biodiversität schützt die Kulturen und verringert den Einsatz chemischer Mittel. Sie trägt zur Kompostherstellung bei – unter anderem durch Tierhaltung –, hält Schädlinge fern und wirkt der Bodenerosion entgegen.
Bio-Teeanbau erfordert deutlich mehr Handarbeit bei einem etwa dreimal geringeren Ertrag und einem entsprechend höheren Endpreis. Viele Arbeitskräfte sind nötig, um zu graben, Kompost herzustellen, Unkraut zu kontrollieren, Krankheiten zu bekämpfen und natürliche Düngemittel auszubringen. Japanische Grüntee-Produzenten haben diesen nachhaltigen Ansatz vielerorts konsequent übernommen.
Bio-Produkte als Motor der wirtschaftlichen Entwicklung
Der Anbau von biologischem Tee ist durch strenge Richtlinien geregelt. Das französische AB-Label und das europäische Bio-Siegel (Euroblatt) garantieren eine naturnahe Produktion, die Umwelt und Arbeitsbedingungen aller Beteiligten schützt. Von der Plantage bis zur Verpackung müssen alle importierten Tees den Bio-Vorschriften entsprechen.
In bestimmten Regionen der Welt ist Bio-Anbau auch eine Strategie für lokale wirtschaftliche Entwicklung und Armutsbekämpfung. In Verbindung mit fairem Handel trägt er dazu bei, die Lebensbedingungen der Produzenten zu verbessern.
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