
Die Geschichte des Rooibos beginnt im Cederberg, nahe Kapstadt. Seine Ursprünge reichen mehrere Hundert Jahre zurück. Nach und nach überschritt der Aufguss des rötlichen Strauchs die Grenzen seiner Heimat. Oft fälschlicherweise als roter Tee bezeichnet, gewinnt der Rooibos bei immer mehr Menschen in Europa und weltweit an Beliebtheit. Das Getränk verdrängt nach und nach klassische Teesorten und Kaffee – nicht zuletzt wegen seiner positiven Eigenschaften. Eine Reise durch die faszinierende Geschichte des Rooibos.
Rooibos: ein besonderer Bio-Aufguss
Im Westen trägt Rooibos oft den Namen „roter Tee". Dabei ist er trotz der Zubereitung als Aufguss kein Tee im eigentlichen Sinne. Außerdem bezeichnet man in China mit „rotem Tee“ das, was wir im Westen als „schwarzen Tee“ kennen.
Im Gegensatz zu Tee enthält Rooibos weder Thein noch Koffein. Der rötliche Kräutertee ist dafür reich an Antioxidantien und wurde von der Natur mit zahlreichen positiven Eigenschaften ausgestattet.
In westlichen Ländern wird Rooibos häufig mit Gewürzen verfeinert, die seinen Geschmack bereichern und seine Eigenschaften ergänzen können.
Vom Strauch in den Cederberg-Bergen bis in Ihre Tasse
Rooibos wächst ausschließlich im Cederberg, einem Gebirge nördlich von Kapstadt. Die Blätter des Strauchs werden dort seit mehr als 300 Jahren geerntet. An der Sonne getrocknet, fermentieren sie und verleihen dem Aufguss seine charakteristische rötliche Farbe. Die Fermentation bringt zudem eine natürliche Süße und ein fruchtigeres Aroma mit sich.
Der Rooibos-Kräutertee, vollständig bio, blieb lange ein traditionelles südafrikanisches Getränk. Erst in den 1930er Jahren gelangte er auf Umwegen zu wohlhabenden Europäern – zunächst als Luxusgetränk, das besonders zur Weihnachtszeit serviert wurde. Die rötliche Farbe des Aufgusses passte gut zu festlichen Dekorationen.
1969 wurden die ersten heilkundlichen Eigenschaften des Aufgusses beschrieben. Seine Vorzüge verbreiteten sich rasch, und das Getränk mit den rötlichen Reflexen hielt in großem Stil Einzug in europäische Küchen. Seit den 1990er Jahren ist seine Produktion stark gewachsen.
Heute ist die Begeisterung für roten Rooibos (es gibt auch eine grüne Sorte) größer denn je. Die Natur setzt dem jedoch eine klare Grenze: Der Strauch gedeiht nur in der Trockenheit des Cederberg. Rooibos ist damit zu einem bedeutenden Wirtschaftszweig Südafrikas geworden.
Aspalathus linearis: eine Geschichte der Traditionen
Für die Bewohner Kapstadts ist die Zubereitung von Rooibos vor allem eine Frage der Tradition. Die Blätter so zu ernten und zu trocknen wie die Vorfahren es taten, ist für viele ein Ausdruck des Respekts gegenüber älteren Generationen.
Auch wenn die kommerzielle Produktion rasch wächst, bewahren die Menschen in Kapstadt diesen Sinn für Tradition. In Afrika wird Rooibos nie als Tee bezeichnet. Zudem hält die Bevölkerung an den traditionellen Verwendungsweisen fest – etwa zur Linderung von Koliken, Schlafstörungen und Allergien.
Im Westen stehen wissenschaftliche Belege für diese traditionellen Anwendungen noch aus. Erste Studien sind vielversprechend, bedürfen aber weiterer Forschung. Die Qualität des Rooibos schwankt je nach Herkunft erheblich. Da er jedoch weder Thein noch Koffein enthält, wird sein Genuss allgemein empfohlen – nicht zuletzt wegen seines angenehmen Aromas.
Vom Nationalgetränk Südafrikas zum Gewürzaufguss
Nördlich von Kapstadt wächst Rooibos in großer Fülle. Für eine traditionelle Zubereitung übergießen die Bewohner Kapstadts zerstoßene Blätter mit heißem Wasser und lassen das Getränk 10 Minuten ziehen. In dieser Region ist es üblich, Milch und gelegentlich Zucker hinzuzufügen.
In Europa sind die Zubereitungsweisen vielfältiger. Jeder findet seine eigene Lieblingsmischung, verfeinert mit Gewürzen, die dem Aufguss zusätzlichen Geschmack und weitere Eigenschaften verleihen.
Vanille oder Kakao machen den Rooibos besonders beliebt bei Kindern. Erwachsene schätzen Varianten mit Ingwer oder Zitrone. Auch Kräuter lassen sich gut in den Aufguss integrieren.
Die Qualität westlicher Mischungen variiert, doch zu den beliebtesten Kombinationen zählen:
- Kräuter wie Verveine oder Lindenblüten, die sich bei Schlafproblemen bewährt haben.
- Rezepte mit Pfefferminze, die der Verdauung zugutekommen können.
- Varianten mit Kamille, die bei Allergien Linderung verschaffen können.
Für einen Rooibos nach Kapstädter Art nehmen Sie einen Teelöffel Rooibos-Pulver auf eine Tasse heißes Wasser. Die rötliche Farbe des Aufgusses zeigt Ihnen, wann er fertig ist. Gewürze wie Zitrone oder Ingwer können anschließend nach Geschmack hinzugefügt werden.